User-Stories in der Mediation

User-Stories werden in der agilen Softwareentwicklung z.B. Scrum genutzt. Es handelt sich um eine kurze Beschreibung einer Software-Anforderung in normaler Sprache. Eine Erklärung findet man auf Wikipedia unter dem Stichwort User-Story.

Für die User-Story kann man etwa folgendes Format verwenden:
„Als <Rolle> möchte ich <Ziel/Wunsch>, um <Nutzen>.“ In der Konflikterhellung in der Mediation kann man dieses Format ebenfalls hervorragend nutzen. Dies könnte dann im Rahmen einer Familienmediation wie folgt aussehen: „Als Vater möchte ich, dass mein Kind bei mir seinen Lebensmittelpunkt hat, um an der Entwicklung meines Kindes teilhaben zu können.“

Für mich ist diese Art der Darstellung als Mediator insofern attraktiv, als nicht nur der Nutzen (das Interesse) hinter einer Position ausgedrückt wird, sondern auch die Rolle, aus der der Wunsch herrührt, verknüpft wird. Damit wird möglicherweise auch aufgedeckt, dass unterschiedliche Rollen zu unterschiedlichen, sich widersprechenden Wünschen und dahinterstehenden widerstreitenden Interessen führen können. Dies hilft den Konfliktbeteiligten sich über ihre eigenen Widersprüche klar zu werden und die Wünsche und Interessen zu priorisieren.

Geschähe das nicht, könnte eine Mediation an den inneren Widersprüchen der Beteiligten scheitern, ohne dass dies den Mediand*innen bewusst wird.

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Über Gerfried Braune

Mediator, Ringstr, 49, 66130 Saarbrücken, Telefon +49 6893 986047 Fax +49 6893 986049, Mobil +49 151 40 77 6556
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