Neue Aufgaben für Dantesa und Ben

Das sind unsere Hunde Ben und Dantesa (von links). Bisher haben sie ihr Futter allenfalls mit Wachhundaufgaben verdient. Ab jetzt werden Sie für ihr Futter arbeiten müssen und zwar als unsere Assistenten in der Mediation.

In der Harvard Negotiation Law Review wurde kürzlich ein Artikel des Kanadischen Anwalts David Anthony Paul, eines Familienmediators, veröffentlicht, in dem er sich mit hundegestützter Mediation auseinandersetzt. Demnach hat die hundegestützte Mediation vor allem in den emotianal aufgeladenen Trennungs- und Scheidungsmediationen ihren Nutzen. Unbestritten ist, dass die Interaktion zwischen Hund und Mensch positive Auswirkungen hat, sei es, dass Blutdruck und Puls sich beruhigen, das Blut besser mit Sauerstoff versorgt wird und auch Stress abgebaut wird und positive Gefühle hervorruft (es sei denn, ein knurrender und die Zähne bleckender Hund fixiert einen).

Das Interagieren mit Hunden hat auch Auswirkungen auf die neurophysiologischen Marker wie Abbau von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol und Anstieg von Oxytozin und Immunglobulinen.

Dies kann man als Mediator nutzen, um Emotionen in der Trennungs- und Scheidungsmediation in den Griff zu bekommen. Eine Mediation über Trennungs- und Scheidungsthemen ist in aller Regel für die Beteiligten sehr belastend und aufwühlend. Mehr als in den meisten anderen Feldern der Mediation bedarf es hier eines feinfühligen Vorgehens des Mediators. Die oben genannten Auswirkungen der Anwesenheit eines Hundes und der Interaktion der Medianden mit einem Hund unterstützen die Medianden dabei, besser mit ihren aufgewühlten Emotionen umzugehen.

Voraussetzung ist natürlich die Eignung des Hundes (ein ruhiges Wesen sollte er schon haben). Ferner muss natürlich vorab geklärt werden, dass die Medianden weder eine Alltergie gegen Hundehaare noch eine Hundephobie haben, sonst wäre der Einsatz eines Hundes kontraproduktiv.

Wer die Studie lesen will, kann sie hier herunterladen (immerhin 54 Seiten).

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Anwesenheit eines Hundes in der Mediation von Vorteil sein kann. Ich befürchte nur, unsere sind für manchen Medianden zu furchteinflössend.

 

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Über Gerfried Braune

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