Justiz mit Preisschild

Missouri ist der erste Bundessataat in den USA, der Richtern vor einem (Straf-)Urteil die Möglichkeit eröffnet, zu überprüfen, was der vorgeshene Strafausspruch den Steuerzahler kostet und welche Rückfallwahrscheinlichkeit besteht. Dies berichtet bereits vor fast einem Jahr St Louis today. Sowohl die Kosten eines Gefängnisaufenthalts als auch die durch die Bewährungszeit verursachten Kosten können die am Strafprozess Beteiligten dort abrufen und bei der Urteilsfindung berücksichtigen (sie müssen die Kosten aber nicht berücksichtigen).

Inwieweit das für eine Urteilsfindung hilfreich oder überhaupt von Bedeutung ist, ist unter den Juristen dort durchaus umstritten. Während die einen Kostenüberlegungen schlicht für irrelevant halten, sind andere der Meinung, dass angesichts leerer Staatskassen es durchaus sinnvoll ist, über Kosten und Rückfallhäufigkeit zu diskutieren und sinnvolle und nachhaltige Strafen zu verhängen.

Bei uns sind die Kosten und die Rückfallwahrscheinlichkeit bei einer bestimmten Strafe (zum Glück?) noch kein Thema.

Share

Über Gerfried Braune

Assessor jur. & zertifizierter Mediator Ringstr, 49, 66130 Saarbrücken, Telefon +49 6893 986047 Fax +49 6893 986049, Mobil +49 151 40 77 6556
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Justiz mit Preisschild

  1. Malte S. sagt:

    Naja, die Rückfallwahrscheinlichkeit sollte im Rahmen der Spezialprävention doch auch in Deutschland im Strafurteil Berücksichtigung finden. Nicht von irgendwo wird dem Ersttäter idR eine geringere Strafe zugedacht, als dem Wiederholungstäter – bei letzterem besteht nämlich eine höhere Rückfallgefahr.

  2. anonym sagt:

    Ŵarum zum Glück? Die Rückfallwahrscheinlichkeit wäre doch ein gutes Medium, um die Strafe und ggf. die zu verhängende Freiheitsstrafe abzugleichen. Denn bei einer nahe 100% liegender Rückfallwahrscheinlichkeit bei schwerwiegenden Verbrechen wäre es doch sinnvoll, das Strafmaß anzupassen, oder nicht?

  3. Pingback: Wochenspiegel für die 33. KW – mal wieder etwas Kachelmann, einen Akteneinsichtsdiscount und die “Buttonlösung | Heymanns Strafrecht Online Blog

Kommentar verfassen