Am 27.09.2012 fand der 1. SaarAnwaltTag in Saarbrücken statt. Das Motto lautete: Einigung, Schlichtung, Verständigung. Eines der Schwerpunktthemen war Mediation.

Es ist durchaus zu begrüßen, dass auch die saarländischen Rechtsanwälte nun Mediation als Mittel der Konfliktbearbeitung endlich ernst nehmen. Meine Erfahrung in der Vergangenheit war eher, dass die Rechtsanwälte Mediationen eher torpedierten, mag sein aus Unkenntnis, mag sein aus Futterneid.

Letztlich kann es aber nicht darum gehen, dass die Anwaltschaft das Thema Mediation ausschließlich für sich vereinnahmen will. Dies würde dem Gedanken der Mediation eher schaden. Ich hatte dem Saarländischen Anwaltsverein – leider zu spät, da ich vorher keine Kenntnis von den Planungen hatte – vorgeschlagen, auch einen Workshop anzubieten, wie durch Mediation auch Synergien für die Anwaltschaft und die Mediatoren geschaffen werden können. Ich denke, dass sich beide Berufsgruppen durch eine Zusammenarbeit Vorteile erarbeiten können und dass Konkurrenzdenken hier fehl am Platz ist. Gerade nichtanwaltliche Mediatoren sind für die beratenden Anwälte eine gute Ergänzung, ohne dass die Befürchtung besteht, dass die Mandanten abgefangen werden. Genauso mangelt es den Mediatoren oft an geeigneten anwaltlichen Ansprechpartnern, die Mediation kennen und die Klienten wirklich nur beraten ohne das Mediationsverfahren zu torpedieren. So hätten beide Berufsgruppen etwas davon: Die Anwälte könnten sich den Mediationsklienten empfehlen und auch als Beratungsanwälte im Rahmen einer Mediation Geld verdienen, die Mediatoren wüssten die Mediationsklienten gut anwaltlich beraten.

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