Im Roland-Rechtsreport wurde nun bereits zum zweiten Mal die Einstellung der Bevölkerung zur Justiz und außergerichtlichen Konfliktlösungsangeboten untersucht.

Der erste Teil der Untersuchung beschäftigt sich mit dem Vertrauen der Bürger in die Justiz. Die Mehrheit der Befragten hatte sehr viel Vertrauen oder Vertrauen in die Gerichte und in die Gesetze (insgesamt 60 %). Mehr Vertrauenskapital haben nur kleine und mittlere Unternehmen (77 %) und – man lese und staune – die Polizei (73 %). Die Bundesregierung landet bei gerade einmal 28 %. (allerdings ist der Vertrauenspegel hier gegenüber dem Vorjahr um 4 % gestiegen, während es bei den Gerichten um 5 % gesunken ist).

Bezeichnend ist, dass das Maß des Vertrauens in Gerichte und Gesetze von sozioökonomischen Status der Befragen stark abhängt. So haben Befragte mit einem hohen soziökonomischen Status zu 75 % Vertrauen in die Gerichte und zu 74 % Vertrauen in die Gesetze, während das bei einem niedrigen sozioökonomischen Status nur zu 53 % bzw. 50 % der Fall ist.

Hauptkritikpunkt an den Gerichten bleibt die Verfahrensdauer, die von 76 % der Befragten bemängelt wird, wobei 62 % den Gerichten eine Arbeitsüberlastung zugute halten.

Gelinde gesagt einen GAU stellt es dar, wenn nur 26 % (ein Rückgang von 5 % !!!), also nur etwa mehr als 1/4 der Befragten vor Richtern großen Respekt haben und gar nur 22 % (hier sogar ein Rückgang von 7 %) davon ausgehen, dass bei den deutschen Gerichten alles mit rechten Dingen zugeht. Nur knapp jeder fünfte (19 %) der Befragten meint, dass die Gerichte gründlich und gewissenhaft arbeiten. Das mit dem Respekt mag ja noch durchgehen (wer hat heute noch Respekt vor jemandem?), aber die beiden anderen Punkte sind eigentlich für die Justiz nicht hinnehmbar und hier sollte unbedingt etwas getan werden. Die Justiz fußt ja darauf, dass hier ohne Ansehen der Person nur nach Recht und Gesetz geurteilt wird. Das setzt natürlich auch ein gründliches und gewissenhaftes Arbeiten voraus. Hier sollten sich die Justizminister der Länder und des Bundes einmal ernsthafte Gedanken machen, wie sie das Image der Justiz verbessern können.

Oder sollt eich mich als Mediator über diese Werte freuen? So wird Mediation noch attraktiver! Ich bin mal gespannt auf den Rechtsreport 2012.

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