segovax  / pixelio.de

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In aller Regel stoßen die juristischen Methoden der Konfliktbeilegung nicht zum eigentlichen Kern eines Konflikts vor. Die Juristen entscheiden (oder beurteilen) geltend gemachte Ansprüche, das ist ihre Aufgabe. Dass das oft nicht den Kern des Problems trifft, kennen wir nicht nur aus Nachbarschaftsstreitigkeiten, die sich immer weiter fortsetzen, obwohl immer wieder über irgendwelche Ansprüche entschieden wird.

In der Mediation versuchen wir, zu diesem Kern durchzudringen, weil nur dort die wahren Interessen der Medianden ihren Ursprung haben. Letztlich kommt es darauf an, was die Medianden fürchten, wovor sie Angst haben, was sie verlieren könnten und welche (seelischen) Verletzungen erfolgt sind. Dahinter steht, wen oder was sie lieben, was sie anstreben und was sie verteidigen. Wenn wir das herausfinden, lernen wir auch die wahren Interessen der Medianden kennen. Wenn wir darüber verhandeln, können wir erst zu den Vereinbarungen kommen, die den Konflikt wirklich lösen anstatt ihn nur (irgendwie) beizulegen.

Ein Beispiel: Oft werden in Trennungs- und Scheidungssachen die Streitigkeiten über Unterhalt so unnachgiebig geführt, weil für einen Ehepartner dies auch ein Ausgleich für Verletzungen während der Ehe oder bei Beendigung der Ehe ist (was im Gesetz aber kein Stütze findet). Oder die Frage des Umgangsrechts ist so umstritten, weil der Elternteil, bei dem das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, nun Angst hat, dass der/die  frühere Ehepartner/-in ihm/ihr nun auch noch das Kind wegnimmt. Juristische Methoden werden diese Wünsche oder Ängste nicht berücksichtigen können. In der Mediation jedoch kann darauf eingegangen werden. Deshalb kann Mediation zu weitaus befriedigenderen Ergebnissen führen als eine juristische Streitbeilegung.

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