Am Ende des bereits dargestellten Einleitungsgesprächs werden üblicherweise bereits die in der Mediation zu bearbeitenden Themen gesammelt und in eine Reihenfolge gebracht, in der die Themen bearbeitet werden sollen.

Es folgt nun die Phase der Konfliktdarstellung. Die Konfliktbeteiligten erhalten nun die Gelegenheit, den Konflikt, ihre Ziele und Wünsche und Postionen ungestört von dem oder den anderen Konfliktbeteiligten aus ihrer Sicht darzustellen. Häufig kommt es in dieser Phase noch vor, dass der Mediator Deeskalationsstrategien anwenden und auf die vereinbarten Gesprächsregeln verweisen muss.

Gerade in Trennungs- und Scheidungsmediationen erleben die Konfliktbeteiligten zum ersten mal seit langem, dass sie ihren Standpunkt ohne Unterbrechung ausführen können. Erstmals hören sie sich gegenseitig und sinnerfassend zu. Oft nehmen sie auch mit Erstaunen wahr, dass die Gegenseite einen ernstzunehmenden und diskussionswürdigen Standpunkt hat.

Aufgabe des Mediators ist in dieser Phase vor allem, dafür zu sorgen, dass sich die Beteiligten nicht gegenseitig unterbrechen sondern jeder die Gelegenheit erhält, seine Ausführungen ungestört zu beenden. Üblicherweise haben gerade in Familienmediationen die Beteiligten eine ausgeprägte Streitkultur, bei der es nur einiger weniger Stichwörter bedarf, um die Streitdynamik in Gang zu setzen oder sie zu beschleunigen. Dadurch, dass in dieser Phase der Mediation üblicherweise der Gesprächsfluss noch über den Mediator läuft und auch jeder Beteiligte gezwungen ist, dem anderen zuzuhören, wird diese Streitdynamik gestoppt.

Der Mediator achtet darauf, dass jeder ausreichend zu Wort kommt, um seine Sichtweise und Gefühle vollständig vorzutragen. Die Konfliktbeteiligten sollen ungefähr ausgewocgene Zeitanteile haben, wobei es nicht darauf ankommt, die Redebeiträge mit der Stoppuhr festzuhalten. Der Mediator und der jeweils andere Konfliktbeteiligte kann Verständnisfragen stellen, wobei der Mediator darauf achtet, dass durch die Fragen des anderen Konfliktbeteiligten zunächst noch keine inhaltliche Diskussion stattfindet. Es kommt nur darauf an, dass jeder seine Ansichten darstellen kann.

Weiterhin fasst der Mediator die jeweiligen Standpunkte zusammen und visualisiert sie auf der Moderationstafel oder dem Flipchart.

Diese und die folgenden Phasen Konflikterhellung und die Lösungsphase werden für jedes Konfliktthema durchlaufen, bis alle Themen abgearbeitet sind und eine Gesamtvereinbarung steht.

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