Hier hatte ich kurz in das System des strukturierenden Visualisierens eingeführt. Nun will ich das Vorgehen näher erläutern.

Wie der Name der Methode bereits aussagt, geht es nicht allein um das Visualisieren sondern auch um das Strukturieren. Visualisiert wird an einer Moderationswand. Diese teilen wir (nur im Geiste) in vier Bereiche ein, entsprechend den Phasen der Mediation. Allerdings werden Einleitung und Konfliktdarstellung (Themensammlung) in einem Bereich unten zusammengefasst. Darüber geht es weiter mit dem Bereich für die Konflikterhellung, dann die Lösungssuche und Lösungsauswahl und ganz oben der Bereich für die Vereinbarung. Die Bereiche Einleitung/Konfliktdarstellung und Konflikterhellung unterteilen wir rechts und links noch für die Medianden. Das sieht dann so aus:

Der Aufbau von unten nach oben ist mit Bedacht gewählt. Hierdurch wird für die Medianden deutlich, dass die Mediation auf ein Ziel (oben) hin arbeitet. Selbstverständlich werden die in dem obigen Bild eingezeichneten Linien nicht tatsächlich auf das Moderationspapier gemalt. Sie werden nur gedacht.

Nach meinen Erfahrungen wird es für die Medianden noch sinnfälliger, wenn nicht nur einfaches Papier verwandt wird, sondern ein inspirierendes Bild darauf gemalt wird. Auch das ist ohne besondere Begabung zum Malen und Zeichnen möglich.

Durch diese Einteilung können sowohl die Medianden als auch der Mediator auf einen Blick feststellen, wo sie gerade im Mediationsprozess stehen. Der Mediator ist auch gezwungen, sich an das Phasenmodell weitgehend zu halten.

Im Teil 3 dieser Serie über strukturierendes Visualisieren werden Sie erfahren, was es mit den Mediaglyphen auf sich hat.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde ausschließlich die männliche Form gewählt. Gemeint sind selbstverständlich alle Geschlechter.
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