Bereits aus der Spieltheorie ist bekannt, dass die besten Ergebnisse bei Verhandlungen erzielt werden können, wenn sich die Beteiligten Spieler vertrauen. Tatsache ist aber auch, dass bei Konflikten die Beteiligten sich gerade nicht trauen (sonst hätten sie wohl keinen Konflikt). Ein gutes Ergebnis in der Mediation kann daher auch erst dann zustande kommen, wenn sich die Beteiligten gegenseitig Vertrauen entgegenbringen.

Diese Vertrauen kann aber auch ein Mediator nicht verordnen. Das kann erst im Rahmen eines Mediationsverfahrens entstehen. Vertrauen ist auch eine Haltung, die man hat oder eben nicht. Ein wenig Vertrauen gibt es nicht. Erster Schritt ist daher unabdingbar, dass die Beteiligten des Konflikts zumindest einmal dem Mediator vertrauen. Besteht hier Misstrauen, wird eine Mediation nie zum Ziel gelangen können. Hierdurch können die Parteien einer Mediation zumindest Zutrauen in die Verlässlichkeit des Verfahrens gewinnen. Dies ist die Basis, auf der dann im Rahmen der verschiedenen Phasen der Mediation auch das zarte Pflänzchen des Vertrauens zwischen den Parteien eine Möglichkeit zum Wachsen erhält.

Misstrauen ist oft eine Folge bruchstückhafter Information. Diese beruht wiederum auf fehlender oder eingeschränkter Kommunikation. Gerade in der Mediation wird aber dafür gesorgt (durch die Mediatorin bzw. den Mediator), dass der Informationsfluss zwischen den Medianden wieder zustande kommt, in der Regel zunächst über den oder die Mediator(in), dann aber auch unmittelbar zwischen den Parteien. Durch das Offenlegen der hinter den Positionen stehenden Interessen kann gegenseitiges Verstehen und damit auch Vertrauen wachsen. Das macht in aller Regel den Weg zu einer für beide Seitenbefriedigende Vereinbarung frei. Dann kann Mediation gelingen.

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