Bei manchen Umfrageergebnissen vom Institut für Demoskopie Allensbach im Roland Rechtsreport 2010, den ich kürzlich hier entdeckt habe, musste ich schon staunen. Dass nur 24 % der Bevölkerung der Bundesregierung vertrauen, vermag ich noch nachzuvollziehen. Dass aber die Polizei mit 74 % Vertrauen bedacht wird und demgegenüber die Gerichte nur mit 65 % lässt mich schon den Kopf schütteln. Hier gibt es noch ein wohl historisch bedingtes West-Ost-Gefälle. Die Poliezi genießt in den Westbundesländern 78 %, im Osten nur 63 % Vertrauen.

Der Glaube an Gerechtigkeit in der Justiz besteht aber noch. Immerhin 44 % sind der Meinung, dass Urteile im Allgemeinen gerecht sind und nur 22 % halten Urteile für ungerecht. Was wiederum bedenklich stimmen muss, istz allerdings, dass 60 % dder Bevölkerung ab 16 Jahre der Meinung sind, dass bei uns nichtjeder Bürger vor dem Gesetz gleich ist und dass da schon Unterschiede gemacht werden. Nur 27 % glauben an die Gleichheit vor dem Gesetz!

Die Bekanntheit eines Anwalts wird (zumindest nach meiner Meinung) wohl überschätzt. 65 % der Bevölkerung meinen, dass derjenige, der sich einen bekannten Anwalt leisten kann, bessere Chancen auf ein günstiges Urteil habe. Immerhin 59 % der Bundesrepublikaner halten die Rechtsprechung für sehr uneinheitlich, je nach dem, welcher Richter zuständig ist.

Dass Verfahren zu lange dauern, meinen 74 % der Bevölkerung, wobei sie zu 60 % der Meinung sind, dass die Gerichte überlastet sind. Diejenigen, die schon einmal an einem Gerichtsprozess beteiligt waren, halten Gerichte zu 63 % für überlastet und die Verfahren zu 76 % für zu langwierig.

Nochmal zur Frage des Vertrauens: Nur 29 % der Bevölkerung verlassen sich darauf, dass bei Gerichten alles mit rechten Dingen zugeht und nur 25 % meinen, die Gerichte arbeiteten gründlich und gewissenhaft. So verwundert es auch nicht, dass nur 31 % großen Respekt vor Richtern haben.

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