Hundebesitzer sind schon aus tierschutzrechtlichen Gründen verpflichtet, ihre Hunde regelmäßig auszuführen. Das führt in Feld, Wald und Flur oft zu Auseinandersetzungen mit anderen Nutzern, wie insbesondere Bauern und Jägern. Derartige Auseinandersetzungen eskalieren oft. So war es auch in einem kleinen Ort im Saarland. Der Konflikt zwischen den Hundebesitzern und Bauern, die auch oft Jagdpächter waren, war bereits so weit gediehen, dass seitens der Jäger angedroht wurde, die Hunde zu erschießen.

In dieser Verfahrenen Situation wurde vorgeschlagen, die Angelegenheit unter Zuhilfenahme eines (nicht am Ort ansässigen) neutralen Dritten zu klären. So wurde ich beauftragt, eine Mediation zwischen den mittlerweile verfeindeten Gruppen durchzuführen.

Wie meistens, sind Konflikte letztlich Ergebnis einer schlechten oder nicht stattgefundenen Kommunikation zwischen den Beteiligten. So auch hier. Allein die Möglichkeit, dass jede der beteiligten Gruppen (Hundehalter, Bauern, Jäger) einmal ungestört ihre Sicht der Dinge darlegen konnte, führte zu einem Mehr an gegenseitigem Verständnis. Plötzlich verstanden die Hundehalter die Bedenken der Jäger. So war der Konflikt relativ schnell ausgeräumt.

Das Gegenseitige Verstehen ging sogar so weit, dass die Bauern die Kinder der Hundehalter einluden, doch einmal ein Wochenende auf einem Bauernhof zu verbringen, damit sie die Abläufe in der Landwirtschaft kennenlernen können. Die Jäger boten an, die Kinder zur Wildbeobachtung morgens früh mit auf den Hochsitz zu nehmen.

Es war für mich als Mediator auch ein erfreuliches Ergebnis und auch ich als Hundehalter habe aus dieser Streitschlichtung viel über andere Sichtweisen gelernt. Manchmal ist auch bei eskalierten Konflikten der Weg zur Einigung nicht weit. Man muss nur einmal die anderen Sichtweisen kennenlernen und verstehen.

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