Mediation als Bestandteil der Unternehmenskultur lohnt sich

Die Zeitschrift „Die Mediation“ weist heute in ihrem Blog auf die Verleihung des Mediationspreises („Förderpreis gute Kooperation“) an die Berliner Wohnungsbaugenossenschaft „Neues Berlin“ durch den Verband der Bau- und Immobilienmediatoren und der Deutschen Gesellschaft für außergerichtliche Streitbeilegung im Bauwesen hin. Sicher ist es erfreulich, dass die Wohnungsbaugenossenschaft diesen Preis erhalten hat. Ich denke aber, für die Genossen ist es noch viel erfreulicher, dass durch die Initiative „Mediation als Bestandteil der Unternehmenskultur“ erhebliche Verbesserungen erreicht werden konnten. Die Wohnungsbaugenossenschaft, die immerhin 6.000 Wohnungen verwaltet und 6.500 Mitglieder hat, konnte damit eine Verbesserung der Kooperation nach innen und nach außen erreichen, insbesondere eine Verbesserung der der Kundenbeziehungen, der Geschäftspartnerbeziehungen, Verbesserung der Beziehungen zwischen Mitarbeitern, Führungskräften und Vorstand und zwischen Nachbarn. Es wurde ein Konfliktmanagementsystem eingeführt und der Vorstand, einzelne Führungskräfte und 8 Mitarbeiter absolvierten eine Mediationsausbildung.

Entscheidend ist, dass sich die Mieterbeschwerden um 80% reduzierten. Außer Zahlungsklagen gab es keine mietrechtlichen Prozesse, und der Krankenstand wegen höherer Zufriedenheit der Mitarbeiter um 50% zurückging. Es gab keine arbeitsrechtlichen Maßnahmen oder Auseinandersetzungen. Über die hierdurch eingesparten Kosten kann man nur spekulieren, sie sind mit Sicherheit erheblich.

Das Beispiel zeigt, dass es sich für Unternehmen lohnt, Mediation als Bestandteil der Firmenkultur einzuführen. Dies gilt insbesondere angesichts der Anstehenden Veränderungen in den Unternehmen durch die Digitalisierung.

Wer sich über die Kosteneinsparungen durch Mediation interessiert, dem sei die Konfliktkostenstudie der Unternehmensberatung KPMG ans Herz gelegt, zu finden hier.

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Über Gerfried Braune

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